5 Tipps für pflegende Angehörige
Pflege zu Hause ist eine enorme Leistung. Damit Sie selbst gesund bleiben und die Pflege langfristig schaffen, haben wir fünf bewährte Tipps zusammengestellt.
1. Nehmen Sie Hilfe an
Viele pflegende Angehörige versuchen, alles alleine zu schaffen. Das ist auf Dauer weder gesund noch nötig. Die Pflegeversicherung bietet zahlreiche Leistungen, die Sie entlasten:
- Verhinderungspflege: Wenn Sie selbst eine Auszeit brauchen, übernimmt die Pflegekasse die Kosten für eine Ersatzpflege.
- Entlastungsbetrag: 131 Euro monatlich für haushaltsnahe Dienstleistungen oder Betreuungsangebote.
- Ambulante Pflege: Ein professioneller Pflegedienst kann Teile der Pflege übernehmen.
2. Achten Sie auf Ihre eigene Gesundheit
Pflegende Angehörige haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Erschöpfung, Rückenschmerzen und Depression. Nehmen Sie Warnsignale ernst:
- Planen Sie feste Auszeiten ein, auch wenn es nur eine Stunde am Tag ist
- Nutzen Sie Angebote wie Pflegekurse, die Ihnen rückenschonendes Arbeiten zeigen
- Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, wenn Sie sich dauerhaft erschöpft fühlen
3. Führen Sie ein Pflegetagebuch
Ein Pflegetagebuch dokumentiert den täglichen Pflegeaufwand und ist besonders wichtig für:
- Erstanträge auf einen Pflegegrad
- Höherstufungsanträge, wenn sich der Zustand verschlechtert
- Den MD-Besuch (Medizinischer Dienst), bei dem der Pflegebedarf begutachtet wird
4. Informieren Sie sich über Ihre Rechte
Als pflegender Angehöriger haben Sie Rechte, die viele nicht kennen:
- Pflegezeit: Bis zu 6 Monate Freistellung vom Beruf bei nahen Angehörigen
- Familienpflegezeit: Bis zu 24 Monate Arbeitszeitreduzierung
- Rentenversicherung: Die Pflegekasse zahlt unter bestimmten Voraussetzungen Beiträge zur Rentenversicherung für Sie
- Unfallversicherung: Pflegende Angehörige sind während der Pflege gesetzlich unfallversichert
5. Bauen Sie ein Netzwerk auf
Sie müssen das nicht alleine schaffen. Suchen Sie sich Unterstützung:
- Pflegestützpunkte bieten kostenlose Beratung
- Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige gibt es in vielen Städten
- Nachbarschaftshilfe kann im Alltag entlasten
- Professionelle Pflegedienste wie wir übernehmen die medizinische Pflege und entlasten Sie bei der Grundpflege
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Wenn Sie merken, dass die Pflege an Ihre Grenzen geht, nehmen Sie die Warnsignale ernst. In unserem Artikel Pflege macht krank – 10 Warnsignale für Burnout erfahren Sie, woran Sie erkennen, dass es zu viel wird. Regelmäßige Auszeiten lassen sich über die Verhinderungspflege finanzieren – bis zu 3.539 € im Jahr. Und in unserer Notfallmappe zum Download finden Sie alle wichtigen Dokumente und Checklisten an einem Ort.Haben Sie Fragen?
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